Zur Hütte Albert 2 und auf den Gletscher

Wir waren mit der Gondelbahn bis aufs erste Vorriff gefahren. Von da ging es dann einen normalen Wanderweg, allerdings ziemlich weit und im letzten Teil auch steil, zur Hütte Albert 2. Weit deshalb, da wir an einem Tag über den Gletscher hinter der Hütte Albert 2 und zurück wollten. Die letzte Gondel fuhr jedoch 18.06 Uhr zurück ins Tal. Wenn wir Sie verpassen, heißt dies, zusätzlich 600 Höhenmeter absteigen. Ich habe eine solche Aktion schon einmal in den Dolomiten durchführen müssen, und möchte deshalb heute gern darauf verzichten. Also heißt es zügig ausgeschritten. Auch diesmal habe ich bestimmt zuviel im Rucksack. Jedenfalls merke ich es am Atmen und den Schultern.

Gleich neben der Hütte Albert 2 befindet sich dieser beeindruckende Gletscherbruch.
Nach einer Rast und einem Mittagessen, laufen wir weiter in Richtung Gletscher. Jetzt wird es notwendig, die Ausrüstung anzulegen. Mittlerweile hat sich dies eingespielt. Wir haben ja schon an der Aiguille du Midi trainiert. An den gegenüberliegende Wänden gehen ständig Lawinen ab. Die Geräusche können einem schon ins Mark fahren.

Das Wetter ist nach wie vor trübsinnig. Diese Gruppe kommt uns entgegen und ist schon auf dem Rückweg.
Wir kämpfen uns weiter bergan. Außer Schnee und ab und zu ein paar Felsenriffe ist kaum etwas zu sehen. Mir geht langsam aber sicher die Luft aus. Die anderen wollen unbedingt noch auf die vor uns liegende Felsnase. Ich verspüre aber keinen Drang mehr, unbedingt weiter zu wollen. Ich gebe auf und werde hier warten.

Die Rast die ich mir verordnet habe fällt länger als geplant aus. Die Beiden (im Bild als Punkte unterhalb des mittleren Schneefeldes auszumachen) brauchen mehr Zeit als vereinbart. Ich sehe unsere letzte Gondel schon davonfahren. Den Gletscher zurück bis zur Hütte Albert 2. Und dann noch den Weg bis zur Gondelstation, der mit 2 Stunden veranschlagt ist. Das wird mehr als knapp. Ich habe zwar am Gletscher aufgegeben, zurück kann ich mich aber steigern. Die Aussicht zusätzlich 600 Höhenmeter absteigen zu müssen, legen ungeahnte Kräfte in mir frei. Kein Wunder das ich als erster um 18.03 Uhr die Gondelstation erreiche. Den anderen verbleiben genau noch 3 Minuten. Sie haben Glück. Die letzte Gondel konnten sie noch erreichen.