Chronik zur Mont-Blanc-Region

(Aus: "Mont Blanc - Die Eroberung eines Bergmassivs"; Stefano Ardito; Karl Müller Verlag Erlangen; 2000)

 

1741

William Windham und sechs Engländer besuchen Chamonix und beschreiben die Gletscher des Montblanc zum ersten Mal.

1760

Der Genfer Physiker Horace-Benedict de Saussure schreibt einen Preis aus für denjenigen, der einen Weg auf den Gipfel des Montblanc findet.

1762

Pierre Simond startet zwei Erkundungstouren um das Mer de Glace und die Bossons Gletscher.

1767

De Saussure erforscht als erster das Gebiet um den Montblanc.

1779

In Montenvers wird die erste Herberge gebaut.

1783

Am 11. und 12. Juli steigen Joseph Carrier (genannt "Bouquet"), Jean-Marie Couttet und Jean-Baptiste Lombard (genannt "Jorasse") zum Grand Plateal auf.

1784

Am 9. September steigt Paccard von St. Gervais fast bis zur Aiguille du Goüter auf. Am 17. 9. geht eine Gruppe um Marc-Theodore Bourrit die gleiche Route: Couttet und Francois Cuidet erreichen den Dome du Goüter.

1773

Der Engländer Colonel Hervey beabsichtigt "den Montblanc general-stabsmäßig zu belagern".

1774

Jean-Laurent Jordaney, ein Führer aus Courmayeur mit dem Spitznamen "der Geduldige", begleitet de Saussure auf eine Erkundungstour in das Gebiet um den Miage Gletscher.

1775

Am 14. Juli unternehmen Jean-Nicolas Couteran, Francois und Michel-Gabriel Paccard sowie Victor Tissai einen ersten Besteigungsversuch auf den Montblanc und erreichen dabei das Grand Plateau.

1776

Der Engländer Lord Hamilton versucht die Dru zu besteigen.

1785

Jean-Marie Couttet und ein Führer besteigen am 5. September von Gervais kommend den Dome du Gouter.

1786

Am 8. Juni steigen zwei Seilschaften von Chamonix und St. Gervais zum Fuß des Bossesgrates auf, der damals für nicht machbar gehalten worden war. Jacques Balmat wartet mit seinem Abstieg zu lange und ist dadurch gezwungen, allein im Eis zu biwakieren. Am 8. August lassen Balmat und Paccard den Dome rechts liegen und klettern direkt vom Grand Plateau aus auf den Gipfel. Sie stehen um 18.23 Uhr auf dem Gipfel. Am 20. und 21. August versucht de Saussure eine zweite Besteigung.

1787

Am 27. Juni überschreiten Jean-Michel Cachat und Alexis Tournier als erste den Col du Geant. Am 4. Juli besteigenCachat und Tournier mit Balmat als zweite den Montblanc. Am 3. August erreicht de Saussure, begleitet von einem Diener und 18 Führern, den Gipfel des Montblanc.

1795

Bourrit baut den "Tempel der Natur" in Montenvers.

1808

Am 14. Juli erreicht Marie Paradis als erste Frau den Gipfel des Montblanc.

1818

Der Pole A. Makzewski, Balmat und fünf weitere Führer besteigen den Nordgipfel der Aiguille du Midi.

1820

Während eines Aufstiegsversuches auf den Montblanc geht eine Lawine ab. ' Die Seilschaft um Dr. Hamel wird verschüttet. Die Führer Balmat, Carrier und Tairraz kommen ums Leben.

1821

In Chamonix wird die Bergführervereinigung "Compagnie des Guides" gegründet.

1826

Die Briten Charles Fellows und William Hawes eröffnen in Begleitung von neun Führern die Corridor-Route/ die sicherer ist als die Ancien Passage.

1838

Die Adlige Henriette d'Angeville erreicht Frankreich ab. Am 6. Juli setzt eine Gruppe von Führern die Trikolore auf den Gipfel des Montblanc. Im September besucht Napoleon Chamonix und das Mer de Glace.

1861

Am 18. Juli besteigen die britischen Bergsteiger Leslie Stephen und Francis Fox Tuckett in Begleitung von Melchior Anderegg , Johann-Josef Bennen und Peter Perren über den Bossesgrat, die heutige Normalroute, den Gipfel des Montblanc.

1863

Der Engländer R. W. Head besteigt mit den Führern Julien Grange, A. Orset und Alexis Proment den Col du Midi von Courmaveur aus.

1864

Im Juli findet die erfolgreiche Begehung des Mont Dolent und der Aiguille d'Argentiere mit Edward Whymper , Anthony Reilly und den Führern Michel Croz , Henri Charlet und Michel Payot statt. Frederick Morshead schafft den Aufstieg von Chamonix auf den Gipfel des Montblanc und zurück innerhalb von 16 Stunden.

1865

Das Jahr der großen Besteigungen: Am 24. Juni erreichen Edward Whymper, Michel Croz, Christian Almer und Franz Biner den zweithöchsten Gipfel der Grandes Jorasses. Fünf Tage später besteigen Almer, Biner und Whymper auch die Aiguille Verte. Am 5. Juli führt Croz zusammen mit M. Ducroz und mit zwei polnischen Freunden und 20 Führern den Gipfel des Montblanc.

1850

In Courmayeur wird eine Bergführervereinigung gegründet.

1851

Der Engländer Albert Smith erreicht den Gipfel des Montblanc. Seine Vorträge in London führen zu einer wachsenden Zahl von Besteigungen des Montblanc.

1853

Der Stadtrat von Chamonix läßt eine Hütte an den Grand Mulets bauen.

1855

Am 13. und 14. August besteigt eine Gruppe britischer Bergsteiger den Montblanc erstmals von St. Gervais aus. Gratien Bareux, J. M. Chabod, Alexis Clusaz, Alexandre Fenoillet, J. M. Perrod und Alexis Proment, Führer aus Courmayeur, gehen dabei die lange Route über Col du Geant, Col du Midi und Montblanc du Tacul bis zur Mur de la Cöte.

1856

Die Führer Alexandre Devouassoux, Ambroise und Jean Simond erreichen den höchsten Punkt der Aiguille du Midi. Ihr Auftraggeber Fernand de Boille hält kurz unterhalb des Gipfels.

1859

Der britische Bergsteiger John Tyndall verbringt eine Nacht im Zelt auf dem Gipfel des Montblanc.

1860

Am 22. April tritt das Königreich Sardinien Chamonix und Savoyen an P. Perren die Engländer H. C. Hodkin-son, Charles Hudson und Thomas S. Kennedy über den Moinegrat auf die Aiguille Verte. Am 15. Juli besteigen die Engländer G. S, Mathews, A. W. Moore, F. und H. Walker unter der Führung von Jakob und Melchior Anderegg den Brenva-sporn. Am 28. Juli erreichen E. N. Bux-ton, R. J. S. MacDonald und F. C. Grove geführt von Jean-Paul Cachat und Michel Payot den Gipfel der Aiguille de Bionnassay.

1868

Am 30. Juni besteigt Horace Walker mit den Führern Melchior Anderegg, Johann Jaun und Julien Grange den höchsten Punkt der Grandes Jorasses.

1872

Am 2. Juli durchsteigen Thomas S. Kennedy, Jean-Antoine Carrel und Johann Fischer die Miage-Seite des Montblanc über den Tournettepfeiler.

1876

Mary Isabelle Straton führt zusammen mit Jean Charlet, Sylvain Cottet und Michel Balmat die erste Winterbege-hung am Montblanc durch (am 31. Januar).

1877

Am 5. August erreichen Lord Wentworth in Begleitung von Emile Rey und Jean-Baptiste Bich die Aiguille Noire de Peuterey.

1878

Am 12. September besteigen Clinton T. Dent und J. W. Hartley mit den Führern Alexander Burgener und Kaspar Maurer die Grand Dru.

1879

Am 28. August besteigen Jean Charlet-Straton , Frederic Folliguet und Prosper Payot die Petit Dru. Während ihres Abstiegs setzen sie erstmals systematisch die Abseiltechnik ein.

1880

Am 15. Juli führen Albert F. Mummery, Alexander Burgener und Benedikt Venetz die erste Überschreitung der Grands Charmoz durch.

1881

Am 31. Juli durchsteigen Mummery und Burgener erstmals die Charpoua-wand der Aiguille Verte.

1882

Am 29. Juli rühren Alessandro, Alfon-so, Corradino und Gaudenzio Sella mit den Führern Baptiste, Daniel und Jean-Joseph Maquignaz die Erstbesteigung auf die Dent du Geant unter Verwendung künstlicher Hilfen durch.

1885

Am 31. Juli besteigt H. Seymour King unter der Führung von Emile Key, Ambros Supersaxo und Alois Anthamatten die Aiguille Blanche de Peuterey.

1886

Francesco Gonella durchsteigt mit Alexis Berthod die Nordwand der Tour Ronde.

1887

Am 2. und 3. Juli geht Moritz von Kuff-ner, begleitet von Alexander Burgener, Josef Furrer und einem Träger, über den großartigen Südostgrat auf den Mont Maudit.

1888

Am 5. Januar führen Corradino, Ermi-nio, Gaudenzio und Vittorio Sella zusammen mit den Führern Emile Rey, Jean-Joseph und Daniel Maquignaz die erste Winterüberschreitung des Montblanc durch.

1890

Das Vallot Observatorium wird auf einer Höhe von 4309 m gebaut. Am l. August gehen Giovanni Bonin, Luigi Grasselli und Achille Ratti (später Papst Pius XI.) im Abstieg die heutige Normalroute des Montblanc von der italienischen Seite über die Aiguilles Grises Gletscher.

1892

Die Briten V. A. Fynn und W. J. Murph) überschreiten die Aiguilles Dorees. Der französische Astronom Jules-Cesar Janssen baut eine Sternwarte auf dem Gipfel des Montblanc, die 1909 wieder im ewigen Eis verschwindet.

1893

Zwischen dem 14. und 17. August geht der Deutsche Paul Güßfeldt über den Peuterey-Grat auf den Gipfel des Montblanc. Seine Führer sind Emile Rey, C. Klucker und C. Ollier.

1898

Emile Fontaine besteigt mit den Führern Alphonse und Joseph Simond die Dent du Requin.

1900

Am 20. Juli gehen die Österreicher Heinrich Pfanni, Thomas Maischberger und Franz Zimmer über den Nordgrat auf die Dent du Geant. Sie klettern als erste ohne künstliche Hilfen auf den Gipfel.

1901

Zwischen dem 18. und 20. Juli gehen die Italiener G. B. und G. F. Gugliermina mit Joseph Brocherel über den Brouillardgrat auf den Gipfel des Montblanc.

1904

Am 29. Juli besteigen H. E. Beaujard und die Führer J. und L. Simond und A. Tournier die spitze Aiguille de la Republique.

1906

Der Engländer V. J. E. Ryan geht mit den Führern Franz und Josef Lochmatter über den Nordwestgrat auf die Aiguille de Blaitiere.

1911

Am 14. August klettern die Briten G. W. Young und H. 0. Jones mit Josef Knubel als Führer über den Westgrat auf die Grandes Jorasses. Fünf Tage später geht die gleiche Gruppe mit Ralph Todhunter und Henri Brocherel, durch die Ostwand auf den Grepon.

1913

Der Österreicher Paul Preuß eröffnet weitere Routen im Montblanc-Massiv.

1919

Am 19. Und 20. August gehen S. L. Courtauld und E. G. Oliver mit Adolf Aufdenblatten, Adolphe und Henri Rey über den Innominatagrat auf den Montblanc.

1924

Am 24. Juli erreichen Enrico Augusto, die Führer Adolphe und Henri Rey und Louis Lanier den Gipfel des Grand Capucin, wobei sie Haken und eine Stange verwenden. Am 25. und 26. Juli besteigen Jaques Lagarde und Henri de Segogne die Nordwand der Aiguille du Plan auf einer Route, die bis 1972 nicht wieder begangen wird.

1926

Am 19. August besteigen Armand Charlet, Michel Bozon und Fräulein G. de Longchamp die Aiguille Verte über den Sans-Nom-Grat.

1927

Am 10. August klettern G. Gaja, S. Matteoda, Francesco Ravelli und G. A. Rivetti mit Adolphe Rey und Alphonse Chenoz über den Hirondellesgrat auf die Grand Jorasses. Am l. und 2. September gehen Thomas Graham Brown und Frank Smith durch die Brenvaflanke über die Sentinelle-Rouge-Route

1928

Im Juli versucht Armand Charlet erstmals über den Walkerpfeiler auf die Grandes Jorasses zu klettern. Am 4. August führt Charlet seine Auftraggeber Miriam O'Brien und R. Un-derhill zum ersten Mal über den Teufelsgrat auf den Montblanc du Tacul. Am 5. und 6. August eröffnen Smith und Graham Brown die Majorroute.

1929

Am 29. Juli gehen Armand Charlet und Jules Simond durch die Nordwand der Aiguille du Plan, die heute eine klassische Route ist. Am 4. August klettern August Lino Binel, Renato Chabod und Amilcare Cretier vom Aostatal aus durch die Südostwand auf den Mont Maudit. Am 22. und 23. August gehen Titta Gilberti und Elysee Croux über den Troncheygrat auf die Grandes Jorasses. Am 2. September klettern der Amerikaner H. Bradford Washborn mit den Führern Georges Charlet, Alfred Cout-tet und Andre Devouassoux durch den riesigen Couloir an der Nordostseite der Verte. Diese Route wurde 1932 von Marcel Couturier und den Führern Armand Charlet und Jules Simond begradigt.

1930

Am 26. und 27. August erklettern Karl Brendel und Hermann Schaller den Südgrat der Aiguille Noire de Peuterey, an dem Führer aus Courmayeur immer wieder gescheitert waren.

 

 

1931

Zwischen dem 5. und 9. Juli durchsteigen die Bayern Willi Merkl und Willo Weizenbach die Nordwand der Grands Charmoz. Am 20. September klettern die Schweizer Robert Greloz und Andre Roch durch die Nordwand der Aiguille de Triolet. Heute gehört diese Route zu den Klassikern im Montblanc-Massiv.

1933

Am 5. August macht der Engländer Thomas Graham Brown seinen Hat-Trick an der Brenvaflanke komplett:

Mit den Führern Alexander Graven und Alfred Aufdenblatten eröffnet er die Poire-Führe. Im August gehen Pierre Allain und Robert Latour über den Südwestgrat auf die Fou. Giusto Gervasutti und P. Zanetti versuchen den Crozpfeiler an den Grandes Joras-ses zu besteigen. Am 4. September klettern Renato Chabod und Aime Grivel durch die Nordwand der Aiguille Blanche.

1934

Am 13. August gehen Renato Chabod und Giusto Gervasutti auf der Direktroute durch den furchteinßößenden Couloir am Montblanc du Tacul.

1935

Am 28. und 29. Juni beenden Martin Meier und Rudolf Peters mit der Erstbesteigung des Crozpfeilers das Rennen um die Nordwand der Jo-rasses. Am 28. Juli klettern Herbert Burgasser und Rudolf Leitz erstmals durch die Südwand der Dent du Geant. Am 31. Juli und l. August führen Pierre Allain und Raymond Leininger eine erfolgreiche Erstdurchsteigung der Nordwand der Dru durch. Am l. August erklettern Gabriele Boc-calatte und Nini Pietrasanta die Westwand der Aiguille Noire. Am 22. August erklimmen Dimitri Platonov und Armand Charlet die Nant-Blanc-Seite der Aiguille Verte.

1936

Am 28. August besteigen Gabriele Boccalatte und Nini Pietrasanta den Boccalattepfeiler an der Nordostseite des Montblanc du Tacul.

1938

Am 31. Juli eröffnen C. Cornaz und R. Mathey die Schweizerführe an der Nordwand der Courtes. Zwischen dem 4. und 6. August erklettern Riccardo Cassin, Luigi Esposito und Ugo Tizzoni den Walkerpfeiler, den elegantesten Pfeiler der Nordwand der Grandes Jo-rasses. Am 17. und 18. August besteigen Gabriele Boccalatte und Giusto Gervasutti den Südwestpfeiler der Gugliermina.

1939

Am 14. und 15. Juli besteigen Riccardo Cassin und Ugo Tizzoni die Nordwand der Aiguille de Leschaux. Zwischen dem 18. und 20. August eröffnen Vitto-rio Ratti und Luigi Vitali eine Direktroute an der Westwand der Aiguille Noire de Peuterey.

1940

Am 13. August gehen Giusto Gervasutti und Paolo Bollini erstmals den rechten Freneypfeiler (Gervasutti-pfeiler) am Montblanc.

1942

Am 16. und 17. August klettern Giusto Gervasutti und Giuseppe Gagliardone durch die furchteinflößende Ostwand der Grandes Jorasses.

1947

Am 10. September steigen Pierre Allain und Auguste Fix durch die Westwand der Aiguille de Blaitiere.

1951

Zwischen dem 20. und 23. Juli erklettern Walter Bonatti und Luciano Ghigo die senkrechte Ostwand des Grand Capucin und eröffnen damit eine neue Dimension in der Granitkletterei. Am 29. und 30. Juli besteigen Piero Fornelli und G. Mauro den Gervasuttipfeiler am Montblanc du Tacul, an dem Gervasutti 1946 abgestürzt war.

1952

Ein weiterer Meilenstein der Granitkletterei ist gesetzt: Im Juli gehen Lucien Berardini, A. Dagory, Marcel

Lame und Guido Magnone in zwei Abschnitten durch die Westwand der Dru.

1954

Am 25. Juli erklettern Joe Brown und Don Whillans die Westwand der Aieuille de Blaitiere.

1955

Zwischen dem 17. und 21. August besteigt Walter Bonatti den Südwestpfeiler der Dru im Alleingang - eine der herausragendsten Leistungen im Alpinismus. Am 20. und 21. August ersteigen Marcel Bron, Andre Contamine und Pierre Labrunie die Westwand der Petites Jorasses. Zwischen dem 5. und 10. September gehen Philippe Cornuau und Maurice Davaille durch die Nordwand der Droites.

1956

Am 13. Juli ersteigen Gaston Rebuffat und Maurice Baquet die Südwand der Aiguille du Midi.

1957

Zwischen dem l. und 3. August besteigen Walter Bonatti und Toni Gobbi erstmals den Grand Pilier d'Angle, einen 900 Meter hohen Pfeiler, der über dem Brenvabecken liegt. Am 5. und 6. August erklettern Jean Couzy und Rene Desmaison den Margheritapfeiler in der Nordwand der Jorasses.

1958

Am 23. Juli gehen Italo Gamboni und Michel Vaucher durch die Ostwand der Petit Clocher du Portalet, der schönsten Nadel im Schweizer Montblanc-Gebiet.

1959

Am 6. Juli erreichen Walter Bonatti und Andrea Oggioni den Gipfel des Montblanc über den roten Brouillardpfeiler.

1961

Der Freney-Zentralpfeiler steht im Mittelpunkt des Geschehens: Zwischen dem 10. und 16. Juli versuchen Walter Bonatti, Roberte Gallieni, Antoine Guillaume, Pierre Kohlmann, Pierre Mazeaud, Andrea Oggioni und Antoine Vielle diesen zu besteigen. Sie erreichen den Fuß des schwierigsten Abschnittes, die Chandelle. Dort überrascht sie ein Schneesturm; auf dem Rückweg finden vier Bergsteiger den Tod. Die Erstbesteigung findet zwischen dem 27. und 29. Juli statt mit Chris Bo-nington, Don Whillans, lan Clough und Jan Djuglosz, dicht gefolgt von einer französischen Seilschaft. Am 22. September geht Walter Bonatti wieder in das Montblanc-Massiv. Mit Cosimo Zappelli eröffnet er eine Direktroute in der Südwand des Montblanc, rechts des Freneypfeilers.

1962

Am 22. und 23. Juni durchsteigen Walter Bonatti und Cosimo Zappelli die Nordwand des Filier d'Angle, die vor der Einführung der Ankertechnik als eine der schwierigsten Routen im Massiv galt. Zwischen dem 24. und 26. Juli eröffnen Gary Hemming und Royal Robbins die amerikanische Direktroute in der Westwand der Dru.

1963

Am 25. und 26. Juli erklettern die Amerikaner Tom Frost, Steve Fulton, John Harlin und Gary Hemming die furchteinflößende Südwand der Aiguille du Fou.

1964

Zwischen dem 6. und 9. August eröffnen Walter Bonatti und Michel Vaucher eine neue Route durch die Nordwand auf die Pointe Whymper in den Grandes Jorasses.

1965

Zwischen dem 10. und 13. August eröffnen die Amerikaner John Harlin und Royal Robbins eine Route in der Westwand der Dru.

1967

Rene Desmaison und Robert Flematti führen zwischen dem l. und 6. bebruar die erste Winterbegehung am Zentralpfeiler durch.

1968

Zwischen dem 17. und 25. Januar führen Rene Desmaison und Robert Flematti die Erstbesteigung und zugleich erste Winterbegehung des Lin-ceul in der Nordwand der Jorasses durch. Am 8. Juli erklettert Alessandro Gogna als erster im Alleingang den Walkerpfeiler. Der Schweizer Sylvain Saudan fährt den Whymper Couloir der Verte und den Gervasutti Couloir am Tacul erstmals auf Skiern ab.

1969

Am 20. Juli durchsteigt Reinhold Messner im Alleingang, in nur sieben Stun- den, die Nordwand der Droites.

1971

Zwischen dem 11. und 15. Februar führen Jacques Marinier und Georges Nomine die erste Winterbesteigung am Whymperpfeiler der Jorasses durch, l Wenige Tage später endet der Versuch von Rene Desmaison und Serge Gousseault, eine neue Direktroute in der Nordwand des Walkerpfeilers zu eröffnen, mit dem Tod von Gousseault. Am 7. und 8. September führt Nomine einen Alleingang auf den Zentralpfeiler des Montblanc durch. Jean-Claude Droyer geht die amerikanische Direktroute auf die Dru im Alleingang. Am 16. und 17. September eröffnen Walter Cecchinel und Nomine eine neue Route in der Nordwand des Pilier d'Angle, wobei sie in den Eispassagen die neue Ankertechnik nutzen.

1972

10. bis 12. Juli: Rene Desmaison geht als erster im Alleingang über den vollständigen Peutereygrat. Dieselbe Route nehmen Louis Audoubert, Marc Galy, Yannick Seigneur, Michel Feiullarde, Arturo und Oreste Squinobal erstmals im Winter, zwischen dem 22. und 26. Dezember.

1973

Zwischen dem 10. und 17. Februar gehen Rene Desmaison, Michel Claret und Giorgio Bertone die vollständige Direktroute auf den Walkerpfeiler. Am 30. Juni fährt Heini Holzer den Brenva-sporn ab. Zwischen dem 28. und 31. Dezember erklettern Walter Cecchinel und Claude Jäger den Nordostcouloir der Dru.

1975

Zwischen dem 22. und 28. Februar begeht Ivan Ghirardini im Alleingang das Linceul. Zwischen dem 18. und 20. Mai durchsteigen Jean-Marc Boivin und Patrick Gabarrou den furchterregenden Supercouloir des Montblanc du Tacul. Am 3. August klettert Nicolas Jäger die Bonatti-Gobbi-Route am Filier d'Angle und den Zentralpfeiler innerhalb von eineinhalb Tagen. Bazin stellt einen neuen Rekord auf: Er geht in 8 Stunden 10 Minuten von Chamonix auf den Montblanc und zurück.

1976

Patrick Cordier klettert im Alleingang durch die Südwand der Fou.

1977

Am 31. Mai fahren Anselm Baud und Patrick Vallencant den Peutereygrat am Montblanc und die Nordwand der Aiguille Blanche auf Skiern ab. Jean-Marc Boivin geht das Linceul an den Grandes Jorasses in 2 Stunden und 45 Minuten.

1978

Am 20. August durchsteigen Gianni Comino und Giancarlo Grassi den Supercouloir der Grandes Jorasses mit Hilfe der neuen Ankertechnik.

1979

Am 11. August erklettern Comino und Grassi die riesigen Eisabbrüche links der Poire-Führe.

1980

Im August begeht Marco Bernardi als erster im Alleingang die Ostwand der Jorasses. Am 2. und 3. September erklettern Bernardi, Giancarlo Grassi und Renzo Luzi den höchsten Eisfall in Europa, der rechts des Zentralpfeilers am Montblanc liegt.

1981

Jean-Marc Boivin und Patrick Berhault gehen die amerikanische Route zur Aiguille du Fou, fliegen mit einem Flugdrachen vom Gipfel zum Einstieg der amerikanischen Direktroute auf die Dru und durchklettern auch diese Route.

1982

Innerhalb von 15 Tagen geht Renato Casarotto im Alleingang die Ratti-Vitali-Route zur Aiguille Noire, die Gervasutti-Boccalatte-Route zur Gu-gliermina und den Zentralpfeiler auf den Montblanc. Am 13. und 14. Mai ersteigen Patrick Gabarrou und Pierre-Alain Steiner den Brouillard-Supercou-loir. Am 30. Juni klettert Christophe Profit im Alleingang über die amerikanische Direktroute auf die Dru innerhalb von nur 3 Stunden und 10 Minuten. Zwischen dem 10. und 12. August eröffnen Jöri Bardill, Michel Piola und Steiner die Diret-tissima auf den Zentralpfeiler. Zwischen dem 13. und 16. September eröffnen Michel Bruel, Christophe Profit und Herve Sachetat die französische Direttissima in der Westwand der Dru.

1983

Am 28. und 29. Juli gehen Patrick Gabarrou und Alexis Long die Direttissima auf den roten Brouillardpfeiler. Eric Escoffier, Thierry Renault, D. Chambre und J. B. Tribout erreichen freikletternd den Grand Capucin über die Bonattiroute, wobei sie einige Seillängen im siebten Schwierigkeitsgrad überwinden. Escoffier, Renault und Profit eröffnen die amerikanische Direttissima auf die Dru. Boivin klettert den vollständigen Peutereygrat in 10 Stunden und 30 Minuten.

1984

Im Februar geht Christophe Profit den vollständigen Peutereygrat in 32 Stunden. Am 21. und 22. April eröffnen Piola und Steiner die Route "O Sole Mio" in der Ostwand des Grand Capucin. Dies ist bereits die vierte neue Route, die Piola in dieser Wand geht. Ungefähr zur gleichen Zeit erklettern Gabarrou und Marsigny die Freneysie Pascale, eine rechts des zentralen Freneypf eilers gelegene Rinne. Im Juli geht dieselbe Seilschaft die Divine Pro-vidence, die schwierigste Route auf den Filier d'Angle.

Am 9. Juli eröffnen Piola und Hopfgart-ner die Route "Ma Dalton", die schwierigste Route (bis Tb) in der Südwand der Aiguille du Midi. Im Juli klettern auch Profit und Radigue alle vier Fre-neypfeiler an einem Tag. Am 14. und 15. Oktober ersteigen Marsigny und Gabarrou den Notre Dame Eisfall, der direkt neben dem roten Brouillard-pfeiler liegt.

1985

Christophe Profit klettert die Matter-horn-Nordwand, die Eigernordwand und das Linceul an einem Tag; er wird dabei mit einem Helikopter von einem Berg zum nächsten transportiert. Zwischen dem 9. und 15. März führt Renato Casarotto einen Alleingang an der Ostwand der Jorasses durch. Im Juli eröffnen Piola, Muriel Armand und Steiner die Route Folies Bergeres am Requin.

1986

Am 14. Juni fährt Stefano di Benedetti die Innominatawand am Montblanc auf Skiern ab.

1987

Pierre Tardivel fährt den Couloir Cor-dier an der Aiguille Verte auf Skiern ab. Im März geht Jean-Marc Boivin die Nordwand der Verte, die Nordwand der Droites, die Schweizerführe auf die Courtes und das Linceul an einem Tag. Am 21. August eröffnen Piola, Pascal Strappazon und Steiner die Route "Le Mol Os ä Moelle" an der Aiguille du Peigne (ABO, einige 7a+ Seillängen).

1988

Pierre Tardivel fährt von der Nordwand des Filier d'Angle auf Skiern ab. Bruno Gouvy springt mit seinem Gleitschirm aus einem Helikopter, fliegt auf den Gipfel der Dru, seilt die Nordwand ab und surft die 50 steile Nische hinunter.

Zwischen dem 19. und 21. Juni eröffnen Pascal Colas und Philippe Granier die Route "Les Ailes du Desir" in der Südwand der Fou (Schwierigkeitsgrad bis Tb).

1989

Der Slowene Tomo Cesen geht im Alleingang die Gabarrou-Long-Route zum roten Brouillardpfeiler.

Am 29. August klettert der Franzose Francois Damilano den 70-Meter-Uberhang des großen Eisabbruchs am Montblanc du Tacul.

1990

Der Franzose Fred Vimal schafft die Erstbesteigung des Walkerpfeilers und die vollständige Überschreitung des Peutereygrates innerhalb von 48 Stunden. Alain Ghersen wiederholt diese Route, geht aber zuvor die amerikanische Direktroute an der Dru und benötigt insgesamt 66 Stunden. Gabarrou überschreitet das Massiv von Norden nach Süden, dabei besteigt er die Nordwand der Courtes/ den Walkerpfeiler der Jorasses und den Pilier d'Angle. Gobet verkürzt den Rekord von Chamonix auf den Montblanc und zurück auf 5 Stunden und 10 Minuten.

1991

Im Juli eröffnet Catherine Destivell im Alleingang eine Route in der Westwand der Dru. Am 11. August klettert Jean-Christophe Lafaille zwei neue Routen auf den Filier d'Angle und den Zentralpfeiler.

1992

Zwischen dem 23. und 25. April geht Lafaille im Alleingang eine neue Route in der Nordwand zur Pointe Whymper. Marc Batard eröffnet eine neue Route in der Nordwand der Jorasses (im Januar, innerhalb von 9 Tagen) und eine weitere in der Westwand der Dru (April/Mai, in 19 Tagen). Am 3. August gehen Adriano Greco und Fabio Meraldi von Courmayeur aus auf den Montblanc und zurück in 7 Stunden und 19 Minuten. Zwischen dem 3. und 9. September klettern Patrick Berhault und Fred Vimal den Südgrat der Aiguille Noire, die Gervasuttiroute auf die Gugliermina und den zentralen Freneypfeiler. Danach überschreiten sie alle Aiguilles von Chamonix.

1993

Zwischen dem 27. Dezember (1992) und 2. Januar führt Francüis Marsigny den ersten Alleingang und die erste Winterbegehung an der Dru über die Direttissima durch. Zwischen dem 10. und 14. Februar geht Alain Ghersen im Alleingang die Divine Providence auf den Pilier d'Angle. Giovanni Bassa-nini klettert als erster eine Seillänge im Schwierigkeitsgrad 8a an den Cosmi-ques Gendarmen der Aiguille du Midi. Zwischen dem 23. und 25. Juli eröffnen Gabarrou und Bonoit Robert die Alexis-route in der Nordwand der Pointe Whymper. Die Engländerin Alison Jane Hargreaves erklettert im Alleingang das Linceul an den Grandes Jorasses innerhalb von 2 Stunden und 30 Minuten.

1994

Im März eröffnet Batard eine weitere Route in der Westwand der Dru. Im Sommer gehen Manlio Miotto, Michel Piola und Patrick Gabarrou eine neue Route in der Westwand der Aiguille Noire de Peuterey.

1995

Am 5. Mai fahren Jeröme Ruby und Samuel Bogey mit Snowboard bzw. Skiern über das Linceul der Grandes Jorasses ab. Am 16. Juni befahren Ruby und Dede Rhem die Nordwand der Aiguille du Triolet auf Snowboards. Von Juli bis September eröffnen Manlio Miotto und Michel Piola ein Dutzend Routen an der Aiguille de Savoie. Damit erhöht sich die Zahl der Neutouren von Piola im Montblanc-Gebiet auf über 200.